Wappenschild der Vittinghoff Familiengeschichte

Wappenschild der Vietinghoff

Vittinghoff, Vietinghoff (Fitinghoff) und Schell

Westfälischer Uradel der Grafschaft Mark mit dem Stammhaus Vittinghoff (heute Ruine) bei Essen-Rellinghausen, der in der Stammheimat mit Henricus de Vitinghoven, Theodericus et Winimarus fratres eius, 1230 urkundl. (Original im Staatsarchiv Münster, Abteilung Hohenholle, Urk. Nr. 8; abgedruckt im Westf. Urkundenbuch, Bd. III, S. 148, Nr. 271) zuerst erscheint und in Livland mit fr(ater) Arnoldus de Vitinghove in Goldingen 7.6.1347 urkundl. (vgl. Friedrich Georg v. Bunge, Liv-, Esth- u. Curld. UrkBuch, Bd. II, UrkSp. 429, Nr. 876) und mit demselben Arnold de Vitynchove als Komtur in Reval 4.10.1349 urkundl. (vgl. a.a.O., Bd III UrkSp. 157, Nr. 895) auftritt, welcher 1360 bis 23.4.1365 Meister des Deutschen Ordens in Livland ist.

Wappen I (geführt vom Stamm A): In Schild ein mit drei goldenen Kugeln (Münzen) belegter schwarzer Schrägrechtsbalken; auf dem Hut mit schwarz-weißer Decken ein schwarzer Turnierhut mit aufgeschlagener , mit drei goldenen Kugeln belegter roter Krempe, darauf ein flüchtiger natürlich Fuchs mit einer goldenen Kugel (Münze) im Fang.

Wappen II (geführt von den Stämmen B bis D): In Schild ein mit drei goldenen Pilgermuscheln belegter schwarzer Schrägrechtsbalken; auf dem Hut mit schwarz-weißer Decken ein schwarzer Turnierhut (auch Pilgerhut) mit aufgeschlagener, mit drei goldenen Muscheln belegte rote Krempe, darauf ein schreitender widersehender natürlicher Fuchs.

Im 14. Jahrhundert zogen Angehörige des Stammes A aus dem Westfälischen als Ritter des Deutschen Ordens nach Livland. Zwei herausragende Persönlichkeiten wurden Ordensmeister des Landes. Mit den Rittern kamen auch andere Angehörige der Familie in den Ordensstaat und pflanzten hier als baltische Stämmen B, C und D das Geschlecht fort. Sie waren in allen Ritterschaften, nämlich in der Livlands, Estlands, Kurlands und Oesels vertreten.

Die im Reich nannten sich in Zukunft v.Vittinghoff gen. Schell bzw. v.Schell, die in den baltischen Ländern v.Vietinghoff gen.Scheel bzw. v.Vietinghoff.

In Verbindung mit den politischen Entwicklungen, aber auch aus beruflichen Gründen kehrten in den Jahrhunderten Familienmitglieder in das Deutsche Reich zurück oder blieben in Schweden, weil Sie zum Zeitpunkt des Wechsels der Herrschaft im Baltikum, dort in Staatsdiensten standen. Sie wurden von der schwedischen Ritterschaft rezipiert. Schließlich waren Vietinghoff in allen Ländern rund um die Ostsee vertreten. Die Familie brachte in allen Jahrhunderten ihres Bestehens bedeutende Männer hervor. Die im Baltikum ansässigen Vietinghoff bekleideten im schwedischen, polnischen, litauischen und im russischen Staats- und Militärdienst hohe Ämter und erwarben reiche Besitzungen. Nach der Enteignung der Rittergüter in Estland und Lettland nach dem 1.Weltkrieg kamen viele von ihnen nach Deutschland zurück. Die letzten wurden 1939, vor Beginn des 2. Weltkrieges, wie alle Baltendeutsche, in das damalige Warthegau umgesiedelt.

Im vorigen Jahrhundert wurde allen Vietinghoff in den baltischen Ländern, damals Provinzen des Russischen Reiches, der erbliche Baron-Titel verliehen.  Um die gleiche Zeit erhielten einige Familienmitgliedern in Preußen den erbliche Freiherren-Titel.

Am 21.11.1890 wurde in Riga ein Familienverband gegründet, der sich 1903 mit dem im Deutschen Reich bestehenden Familienverband vereinigte. Der Familienverband besteht bis heute und führt den Namen "Familienverband der Freiherren, Barone und Herren v.Vittinghoff, v.Vietinghoff und v.Schell e.V.". Er ist in das Vereinsregister Charlottenburg eingetragen und hat als solcher eine verbindliche Satzung. Die Vorstandschaft wird alle vier Jahre neu gewählt. Familientage werden im 2jährigen Turnus veranstaltet.  Die Mitglieder des Verbandes leben in vielen Ländern: in Deutschland, Schweden, Russland, Österreich, Schweiz, Belgien, den U.S.A., in Kanada, Uruguay, Paraguay und Australien.

Die Geschichte der Familie ist in einem umfangreichen Werk beschrieben.